Wie kann man mit STRUKTIES arbeiten?

Anfangspositionierung

 

Der Klient/die Klientin positioniert die STRUKTIES auf einem definierten Feld (z.B. Teppich) im Raum. Größe und Form können frei gewählt werden. Dies gibt Aufschluss über die Selbsteinschätzung und die Einschätzung der weiteren repräsentierten Personen (z.B. groß, klein, rund, eckig). Distanzen und Blickrichtungen werden deutlich und ermöglichen so einen raschen Einblick in die Problemsituation. (Hier kann bei einer Supervision z.B. eine erste Reflektion des Ist-Zustands erfolgen).

Prozessarbeit

 

Unser Körper ist eine geniale Antenne. Der Klient/die Klientin stellt sich nun über die einzelnen Elemente und fühlt sich so in die jeweilige Position ein. Wie bei der Gruppenaufstellung, erfährt er/sie so mit Körper, Sinnen und allen Emotionen diesen Platz.

Aufgenommene Veränderungsimpulse und Neupositionierungen sind dann Schritte auf eine Lösung hin. Rückgaberituale und Würdigungen können vollzogen werden.

Was ist das Besondere an der Arbeit mit STRUKTIES?

  • alle Methoden der Skulptur-, Struktur- und Familienaufstellung können mit ihnen als Einzelarbeit angewandt werden
  • als Bodenanker im Raum werden selbst komplexe Situationen dreidimensional dargestellt und unmittelbar sichtbar
  • die Arbeit mit Konstellationen wird durch die STRUKTIES dreidimensional visualisierbar und sinnlich erfahrbar
  • Ästhetisches Empfinden und Tastsinn werden durch die kunsthandwerkliche Bearbeitung der Edelhölzer angesprochen
  • von außen betrachtet erweisen sie sich als vorzügliches diagnostisches Werkzeug für die Metakommunikation, z. B. in der Supervision
  • tritt man in das Feld und stellt sich körperlich in die einzelnen Positionen, tritt die bekannte phänomenologische Wirkung auf
  • alle Ebenen werden angesprochen (körperlich, intellektuell, emotional und unterbewusst), so dass plötzlich verschüttete Erinnerungen und Bilder auftauchen können
  • Lösungsschritte mit allen Sinnen erlebt wirken prozessbeschleunigend
  • das Diskretionsbedürfnis der Klienten wird durch die Einzelarbeit geschützt
  • bei Kleingruppen leisten die STRUKTIES aber auch gute Dienste als Platzhalter
  • Die Wahl der Bodenanker bildet durch die unterschiedlichen Größen und Formen die Selbsteinschätzung des Klienten ab: Es macht einen Unterschied, ob der Klient z. B. ein kleines rundes oder ein großes viereckiges Element für sich wählt.

Entwicklung

Vom Lösen systemischer Verstrickungen im Einzelsetting mit Raumelementen

 

Die STRUKTIES wurden von Helga Mack-Hamprecht entwickelt. Als sie im Jahr 1994 begann systemisch zu arbeiten, bot sich manchmal an, direkt eine Aufstellung mit dem Familienbrett vorzunehmen.

Während der Arbeit mit den einzelnen Figürchen deuteten sich körperliche Symptome beim Klienten an, wie z. B. Kälteschauer, Kopfschmerzen u. a. .

Ihre Überlegung zu diesen Beobachtungen war: wenn sich das wissende Feld bereits bei einer Aufstellung „en miniature“ durch körperliche Resonanzen zeigt, müsste es durch eine räumliche Vergrößerung des Settings noch stärker wahrzunehmen sein.

 

Zunächst platzierte sie Kaminholzstücke im Raum auf dem Boden und vollzogen die Aufstellungsschritte nach. Tatsächlich stellten sich die Symptome der Klienten wieder ein, nur um einige Nuancen intensiver.

Die Entwicklung der räumlichen Bodenanker 

 

Bei der weiteren Entwicklung der Raumelemente zeigte sich, dass unterschiedliche Größen der Holzelemente sehr aussagekräftig sind. Es ist interessant zu beobachten, ob der Klient für sich ein kleines rundes Element oder ein großes viereckiges wählt und welche Größen und Formen er den anderen repräsentierten Personen zuordnet. Die abstrakte Form der Holzelemente erweist sich als besonders geeignet für alle Formen von Strukturaufstellungen, Supervision und Coaching.

 

Ihr Weg zusammen mit dem Schreiner und Designer zu ästhetischen, die Sinne ansprechenden Elementen, die zueinander in klarer Proportion stehen, ist von vielen „Prototypen“ gepflastert. Die Maße folgen bewusst dem „goldenen Schnitt“. Das Endresultat sind nun drei verschiedene Sets von Holzelementen für unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten.
Ihr Name „STRUKTIES“ bezieht sich auf die Strukturaufstellungsarbeit, die von Dipl. Psych. Insa Sparrer und Prof. Dr. Matthias Varga von Kibéd (www.syst.info) entwickelt wurde.

Helga Mack-Hamprecht

 

Jahrgang 1944
Familien- und Systemtherapeutin (IGST)
Oberstudienrätin/Dozentin
Einzel-, Paar-, Gruppenarbeit und Fortbildungen

www.famili.de